Wenn man dem Zweiten Deutschen Fernsehen den Spiegel nur nahe genug vorhält, mutiert es zum Dreisten Deutschen Erpresser!

Erstes - Zweites - Dreistes

Offener Brief zum Gebührenboykott an den "Beitragsservice" und an den SWR (pdf)  
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Warum verweigere ich die Schundfunk- äh, Rundstunk, also - ihr wisst schon - Gebühr?

Ich wohne alleine in einer Wohnung und soll für diese gleich viel zahlen wie ein Mehrpersonenhaushalt, der sich die Gebühren teilen kann. Das ist Diskriminierung. Die Gebühr ist weder personen- noch gegenleistungsbezogen.

Ich habe keinen Fernseher und kein Radio. Mein Rechner ist kein Rundfunkempfangsgerät, denn das ist nicht sein Hauptzweck und ich weiß nicht, wie ich mit ihm Programm empfangen kann und will's auch nicht wissen. Über Kommunikationsgeräte empfangbare Programme sind zugangsbeschränkbar und passwortschützbar. Kein Anbieter von Inhalten im Netz kommt auf die Idee, für einen Besuch seiner Seite als solchen zu kassieren.

Das neue Gebührensystem wird mit dieser "technischen Entwicklung" begründet. Tatsächlich aber nehmen die Anstalten dadurch erheblich mehr ein, was ein angenehmer Nebeneffekt - oder ein Hauptzweck - der Aktion ist, was nicht sein darf. Nicht eine Gebührenerhöhung wegen Geldbedarfs war die Begründung für die Reform. Alles gebilligt durch die abhängige Kommission zur Erfüllung der Finanzwünsche der öffentlich-rechtlichen Anstalten (KEF).

Grundversorgung - Zitation (leicht verändert) aus Uderzo/Goscinny: "Asterix bei den Schweizern"

Das Programm erfüllt nicht seinen Zweck als Grundversorgung sondern ist mehr und mehr Maximalversorgung. Exorbitante Summen werden für kommerzielle Fußballübertragungen mit inhaltslosen Vor- und Nachberichterstattungen und für weit überzogene Moderatorengehälter investiert, was dem Auftrag entgegen steht, verantwortlich mit den Gebühren umzugehen. Die öffentlich-rechtlichen Sender machen Stimmung und manipulieren Meinungen durch sexistische, religiöse und nationalistische Ideologie. Flache Boulevardinhalte werden von beiden Sendeanstalten gleichzeitig und unabhängig voneinander gebracht, zu entsprechend doppelten Kosten, natürlich. Dies sind zum Beispiel Hochzeiten in europäischen Königshöfen, Papstwahlen oder einfach nur die täglichen Klatschnachrichten um fünf. Ehemals seriöse Nachrichtensendungen sind ebenfalls auf Boulevardniveau herabgestiegen, durch Sensationsgeheische und emotionsgeladenem Einbinden von unbedarften Zeugen von Ereignissen. In einem Land, in dem schlapp die Hälfte der Einwohner religionslos ist, haben die Kirchenvertreter in den Rundfunkräten den Daumen drauf und achten darauf, dass keinerlei Kritik an den Religionsgemeinschaften als sochen laut wird.

Der Beitrag dient ausdrücklich auch dafür, dass die öffentlich-rechtlichen Anstalten unabhängig von Angebot und Nachfrage und damit von wettbewerbstechnischen Regularien und Gesetzen operieren können. Sonst wäre Minderheitenprogramm ja gar nicht möglich. Dennoch kaufen sie populäre Moderatoren von den Privaten weg oder zurück und zahlen ihnen "marktgerechte" (!) utopische Honorare, wobei sich sogar ARD und ZDF gegenseitig ausspielen und -stechen. Hunderte von Millionen sind dafür vorgesehen, im "Wettbewerb" um die großen Sportereignisse mitbieten (!) zu können. Unabhängig vom Wettbewerb geht wohl anders!

Zwangsabgaben dürfen für hoheitliche, gemeinnützige Zwecke erhoben werden, die unbestritten allen nützen wie Infrastruktur, als da wäre Verkehr, Gesundheit, Bildung, Entsorgung, Sauberkeit, Sicherheit, Ordnung etc. - Ein solcher Gemeinzweck kommt den ö.-r. Sendern längst nicht mehr zu, sie haben sich mit privaten Sendern assimiliert.

Die Gebühr für all den Schwachsinn wird systematischer eingezogen als die Steuer. Bei dieser ist der Staat teils auf ehrliche Mithilfe der Einwohner angewiesen, eine Kontrolle ist oft schwer möglich, während beim Rundfunkbeitrag alles vollautomatisch durch planmäßige Erfassung abläuft und keiner durch's Raster fällt. Ein gewisser U. H. (Name der Redaktion bekannt) soll kürzlich bekannt haben, bei der Steuer getrickst zu haben, sonst wäre man ihm möglicher Weise nicht auf die Schliche gekommen. Sowas gibt's bei der Rundfunkabgabe nicht.

Ausländer, die in Deutschland ein Auto betreiben, indem sie das Land durchqueren, Touristen etwa, müssen nichts bezahlen. Das ist ebenfalls Diskriminierung.

Unglaublich, wo die ARD überall mit drin steckt...