Die Gelbe Gefahr

SSB - Die Dunkle Seite

Diese Seite beleuchtet die dunkle Seite der SSB, der Stuttgarter Straßenbahnen, des Betreibers der dortigen Stadtbahnen und Busse. Wobei "die dunkle Seite beleuchten" streng genommen ein Oxymoron ist, also ein sprachlicher Widerspruch.

Die Seite ist notwendig, weil die Selbstdarstellung dieses Unternehmens, das ja kein Wirtschaftsbetrieb ist, erhebliche Differenzen zur Wirklichkeit aufweist. Ein Betrieb, der nicht dem Zwang unterliegt, Gewinn zu erzielen, sondern nach Bedarf öffentlich unterstüzt wird, ist nicht in der Lage und nicht bereit, "Kunden" zu binden und entsprechenden Service zu bieten. Das halte ich für ein Naturgesetz. Die Frage ist nur, warum es genau dieses vorgibt zu tun.

Wenn ich auf die Internetseite dieser Untergrundorganisation gehe, schwappen mir Begriffe wie Service und Kundendienst nur so entgegen. Die Ehrlichkeit solcher Ausdünstungen kann an der rauen Wirklichkeit gemessen werden. Denn die Mitarbeiter an der Kundenfront haben offenbar keine Ahnung, was die Webgestalter so breitspurig wie die Stadtbahngleise versprechen. Offenbar handelt es sich dabei um ein Versprechen.

Die Zuvorkommenheit ist schnell vorbei, wenn der "Kunde" bei einem bedauerlichen Versehen angetroffen wird, wenn er zum Beispiel eine Anschlussmonatsmarke vergessen hat. Wenn er nicht sofort das Prozedere als unvermeidliches Schicksal akzeptiert, wird er schnell bedroht und gemaßregelt, das einzige Kundenbindungsverhalten ist dann das Anlegen von Handschellen (Achtung: Das war ein Wortspiel, das ist keine einschlägige Erfahrung von mir!).

Ich spare mir die Schilderung der vielen Fälle von puren Unverschämtheiten und Patzigkeiten ("haben Sie damit ein Problem?") nach auch noch so geringen Anfragen oder Kritiken.

Zwei Fälle, allerdings von anderen Unternehmen im VVS, die jedoch symptomatisch sind, schildere ich im Folgenden:

Bei einer Zugfahrt von Stuttgart nach Heilbronn war ich spät dran und stieg mit meiner Monatskarte, gültig bis Ludwigsburg, ohne die geplante Anschlussfahrkarte ein. Ich bot bei der Fahrkartenkontrolle an, in Ludwigsburg auszusteigen, mir wurde jedoch empfohlen, im Zug zu bleiben, da andere Züge bestreikt würden. Einige Tage später erhielt ich ein Schreiben mit dem Inhalt, ich sei ohne Fahrkarte angetroffen worden (!). Eine glatte Falschbeschuldigung, ich war im Besitz einer gültigen Fahrkarte von Stuttgart bis Ludwigsburg. Ich musste schließlich selbstverständlich nichts nach- oder gar draufzahlen.

Ein Busfahrer kannte die von mir gewünschte neue Tageskarte nicht, ich erhielt stattdessen einen Einzelfahrschein. Beim Umsteigen in die Stadtbahn stellte ich am Automaten fest, dass es die Fahrkarte eben doch gibt. Ich reklamierte noch am selben Tag per Kontakt-Formular. Eine Reaktion erhielt ich nicht. Nach mehreren Wochen hakte ich nach, worauf das Verkehrsunternehmen mir die Differenz nicht erstatten wollte, da der Vorgang nicht nachvollzogen werden könne - die Verschleppung habe nicht ich verschuldet - und ich solle mich wegen eines so geringen Betrages nicht so anstellen. Bei öffentlichen Verkehrsmitteln geht es grundsätzlich um geringe Beträge, bei Fehlen eines Fahrausweises zu 2,- wird trotzdem das erhöhte Beförderungsgeld fällig. Hier fehlt die Reziprozität. Schließlich erhielt ich eine Gutschrift.

Fahrkartenkontrollen symbolisieren das "Kunden"-Verständnis der Betreiber der öffentlichen Verkehrsmittel